Das Königswort

Das Königswort

Dies ergötzte hoch und niedrig:Als der edle König Friedrich,August weiland von ganz Sachsen,tat zum Hals heraußer wachsen

seinem Volk, das ihn geliebt,

so es billigen Rotwein gibt –als der König, sag ich, merkte,wie der innre Feind sich stärkte,blickt er über die Heiducken,

und man hört ihn leise schlucken …

Und er murmelt durch die Zähne:„Macht euch euern Dreck alleene!“

Welch ein Königswort! Wahrhaftig,so wie er – so voll und saftig

ist sonst keiner weggegangen.

Wenn doch heute in der langenlangen Reihe unsrer Kleber,Wichtigmacher, Ämterstreber,einer in der langen Kette

nur so viel Courage hätte,

trotz der Ehre und Monetenschnell gebührend abzutreten!O, wie ich sein Wort ersehne:„Macht euch euern Dreck alleene!“

Edler König! Du warst weise!

Du verschwandest still und leise

in das nahrhafte Civil.

Das hat Charme, und das hat Stil.Aber, aber unsereiner!

Sieh, uns pensioniert ja keiner!

Und wir treten mit GefühleTag für Tag die Tretemühle.Ach, wie gern, in filzenen Schuhenwollten wir gemächlich ruhen,

sprechend: „In exilio bene!

Macht euch euern Dreck alleene!“

Comments

Loading comments…