Deutscher Abend
[72] Deutscher Abend
Nun gönnt die Firma stillen Abendfriedendem Arbeitsmann, den Mädels, dem Kommis –nun sitzt ganz Deutschland um den runden, liebengedeckten Tisch und sieht aufs Visavis.
5Da liegt das Land: ganz schwarz und blau und dunkel.
Es klirrt der Wind im Telegraphendraht.Ein gelbes Fenster grüßt dich mit Gefunkel:hier spielt der Förster seinen Dauerskat.
Man hebt die Zeitung, läßt sie wieder sinken,
10die Welt, ihr Lieben, geht den alten Lauf –
hieraufbezüglich kann man einen trinken,die Pfeife qualmt, nun steigt der Mond herauf.
Und hundert Mimen spreizen ihre Glieder,und hundert Bürger füllen sich mit Bier …
15Und hundert Mädchen summen kleine Lieder,
denn morgen, morgen muß er fort von hier.
O Herr, so wie wir hinieden krauchen,so segne Land und Leute und Kompott.Verlaß dich drauf: wir könnens brauchen,
20wir könnens brauchen, lieber Gott!
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