Noch immer (Ulk)
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Von Theobald Tiger
Zunächst einmal: der Deutsche schreibt,wenn ihm nichts anders übrig bleibt. –Er fertigt sich für jeden Krempelals erstes einen blauen Stempel
5und gründet um den Stempel froh
ein großes Direktionsbureau.Und das Bureau beschäftigt Damenund trägt auch einen schönen Namenund hat auch einen Kalkulator
10und einen braven Registrator
und einen Chef und Direktorenund vierzehn Organisatorenund einen Pförtner für die Nacht.
Ihr fragt, was so ein Amt nun macht?
15Es macht zum Beispiel Schwierigkeiten.
Denn diese muß es ja bereiten,zu zeigen, daß es auf der Welt,und daß es andern überstellt.(Und all das kostet wessen Geld?)
20So schwitzt nun über wunderbaren
und komplizierten Formularenund schreibt sie voll und füllt sie ausund dann geht artig nur nach Haus!Und damit ist die Sache richtig.
25Was macht es noch? Es macht sich wichtig.
Und es erläßt mit Schwung Erlässeund prüft Papiere und prüft Pässe.Verordnung folgt auf Paragraphen„betreffend Straßenhandel mit Schafen“,
30„bezüglich Alligatorenfutter“ –
aber die Butterist für den kleinen Mann verratztund leider offenbar zerplatzt,und all dies hat das Amt verpatzt.
35Von dieser Sorte gibts weit über hundert.
Ihr seid darüber so verwundert?Ach Gott, ihr müßt nicht traurig sein:Wir bilden uns noch immer ein,mit §§ seis getan.
40Der alte dumme deutsche Wahn.
Ein Amt kann keine Nüsse knacken.Das Leben müßt ihr kräftig packen.Denkt an die Wirtschaft! Denkt an morgen!
Aber ihr müßt euch ja mit Aemtern versorgen.
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