Wohl! du bist glücklich

Translated from English by Adolf Strodtmann

Original title: Well! thou art happy

Well! thou art happy.

Ja, du bist glücklich, Weib! und michAuch solltest drum du glücklich sehn;Denn warm, wie einst, bekümmert sichMein Herz noch um dein Wohlergehn.

5Beglückt dein Gatte! Wehe, dass

Mein Loos so trüb, wenn seins so licht.Doch sei es drum! – o, wie mein HassIhn träfe, liebte er dich nicht!

Als jüngst dein liebes Kind ich sah,

10Brach fast mein eifersüchtig Herz;

Dann lächelte das Kind, und daKüsst’ ich’s, gedenkend dein, voll Schmerz.

Ich küsst’s und hielt mein Leid zurück,Dass sein Gesicht dem Vater glich;

15Doch hatt’ es seiner Mutter Blick,

Und der war Alles einst für mich!

Mary, leb wohl! Nicht ziemt die PeinDer Klage mir, wenn selig du.Doch nah dir bleiben? nein, o nein!

20Bald fiele neu mein Herz dir zu!

Ich glaubt’, ein Thor, dass Stolz und ZeitDie Jugendflamme mir vertrieb –Nun fühl’ ich, dass die Hoffnung weit,Doch sonst mein Herz das selbe blieb.

25Der Stunde harrt’ ich, da die Brust

Vor dir in neuer Regung wallt.Sie treff’ uns stark und klarbewusst!Sie kam – wir blieben fest und kalt.

Du blicktest tief ins Auge mir,

30Kein Zittern dort entdecktest du;

Und Alles, was begegnet dir,War der Verzweiflung dumpfe Ruh’.

Hinweg! Hinweg! ErinnrungsgluthZu altem Traum nicht wecke mich!

35Ach, wo ist Lethe’s Zauberfluth?

Schweig, thöricht Herz, schweig – oder brich!

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