Entsagung (Pfau)
Treibt sich das Volk im AbendscheineMit seinen Kindern schäkernd um,Stehst du beiseit, ernst und alleine.Und gehst von dannen trüb und stumm.Dir ist im Drange deines StrebensDas rasche Glück vorbeigerauscht,Du hast die süße Frucht des LebensUm bittre Weisheit ausgetauscht.
Von der Gemeinschaft losgerissen,Hast du versenkt den alten HortUnd warfst, im Durst nach hohem Wissen,Längst deinen Glauben über Bord.Des Wunders fromme Märchen scheuchteVon hinnen die Gedankenschlacht;So ziehst du, deine eigne Leuchte,Nun einsam durch die große Nacht.
Dein Menschenlos, es heißt Verzichten;Was soll dir auch die ird’sche Zier?Du darfst dir deinen Himmel dichten,Du trägst das Weltgesetz in dir.Nach dem Unendlichen zu ringen,Verfolge die erwählte Bahn –Du spürst, du rührest mit den SchwingenDen ew’gen Lauf der Sterne an.Ludwig Pfau.
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