Satans List
Satans List.
Eh’ Luthers geistgewalt’ge WaffenDie neue Zeit der Welt geschaffen,Geschah’s, dass Satan zur Erde kam.Und als in Augenschein er nahm
5So Burg und Dorf, so Stadt und Land,Er freudig viele Sünde fand . . .Nun kam er einst in eine Stadt,Daselbst vernahm er gross Gechrei,Die Leute riefen: Grosses sei
10Erfunden, das nichts Gleiches hat.Und als er hinschaut’, sah er bald:Ein Mann, gar würdig von Gestalt,Verstand das Wort ins Buch zu bannen,Das tausendfach es zog von dannen.
15Hans Gutenberg, so hiess der hehre,Des deutschen Namens schönste Ehre.Nun braucht nicht mehr in enger ZelleDer Mönch die Jahre durch zu sitzen,
Nicht langsam malend mehr zu schwitzen,
20Und selber zu des Aermsten SchwelleDringt rasch des Geistes frische Welle.Darob war Satan sehr betrübtUnd hätt’ gern Gegenlist geübt . . .Er sann viel’ Jahre schwer und tief;
25Nach langem Sinnen aber riefEr lustig: »Ha! Das ist nicht schief!Ich schlag’ sie mit den eig’nen Waffen,Die grübelnden Erfinder-Laffen!Ich mach’ durch ihre eig’ne Kunst
30Ihnen einen grossen Dunst;Ich will sie dadurch ganz verwirren,Dass ihre Köpfe grausig schwirren.«Und sieh! Mit höllischer BegleitungSchuf er im Nu: Die erste Zeitung!
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