Der Kirchhof Père La Chaise in Paris
Drüben braust Paris, die Brandung, deren Toben nimmer ruht,Dessen Gassen reiche Adern angefüllt mit frischem Blut,Dessen Plätze Riesenherzen, die mit ewig gleichem SchlagUngestüm und donnernd pochen, ohne Aufhör, Nacht und Tag.
Hier der Kirchhof Père La Chaise, ruhig wie das todte Meer,Dessen Gassen bleiche Adern, leblos und vom Blute leer,Dessen Plätze Riesenherzen, von des Todes Hand erstarrt,Gräber, die gespenstisch schweigen, Marmorfelsen, kalt und hart.
Immer größer wird des Todes ausgebreitet mächt’ges Reich,Eine Stadt will er sich gründen, jener ries’gen Weltstadt gleich;Lockt wie Romulus zur Freistatt jedes Herz, das unmuthsvoll,Jeden Geist, der kühn die Schranken seines Kerkers überschwoll.
Friede, Ruhe ist die Losung. Jeder hat sein stilles Haus,Jedes Grab hat seine Blumen, voll des süßen Schmerzenthau’s,Ist`s kein freundlich Menschenauge, das den grünen Rasen tränkt,Gibt der Himmel seine Thränen, die er seinen Kindern schenkt.
Freiheit, Gleichheit, die Parole. Steht ein Marmormal auch stolz,Kleidet, wie ein Bettlerkittel, manches edle Herz nur Holz;Stein und Stein sinkt aus den Fugen und das Mausoleum wankt,Während aus dem schwarzen Hügel frisch des Frühlings Inschrift prangt.
O warte doch!Geneigt zur Mutter mit Lächeln,Das Liebe nur verleiht, sprachst Du dies Wort;Das einz’ge war es, das Du sprechen konntest.Die Mutter lächelt Dir jetzt zu und spricht nur immerfort:O warte doch!
„Dem Tode nahe, sagte sie: uns: Weine nicht, Papa, weine nicht, Mama; ich fühle mich besser. – Und sie starb’!“
„Vergessenheit ist Tod, der Ruhm das andre Leben,Schmerzlose Ewigkeit wird dem Genie gegeben.“
„Hier ruhet Tugend, Anmuth und Talent!O Ihr, die Ihr das holde Wesen kenntUnd Blumen ihm und Thränen wollt gewähren,Versparet für die Mutter Eure Zähren.“
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