Louise

„– – – – – – – Als ichDie Augen wandte, stand sie mir zur Seite,Und dunkel mächtig, wunderbar ergriffIm tiefsten Inneren mich ihre Nähe.Nicht ihres Lächelns holder Zauber war’s,Die Reize nicht, die auf der Wange schweben,Selbst nicht der Glanz der göttlichen Gestalt –Es war ihr tiefstes und geheimstes Leben,Was mich ergriff mit heiliger Gewalt,Wie Zaubers Kräfte unbegreiflich weben. –Die Seelen schienen ohne WorteslautSich ohne Mittel, geistig zu berühren,Als sich mein Athem mischte mit dem ihren;Fremd war sie mir und innig doch vertraut,Und klar auf einmal fühlt’ ich’s in mir werden:Die ist es, oder keine sonst auf Erden.“

„Wer nie sein Brod mit Thränen aß,Wer nie die kummervollen NächteAuf seinem Bette weinend saß,Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte.

Ihr führt in’s Leben uns hereinUnd laßt den Armen schuldig werden;Dann überlaßt ihr ihn der Pein,Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.“

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