Das alte Schloß zu Baden

Oft, wenn im wunderbaren SchimmerDes Schlosses Trümmer vor mir stehnIm Sonnenschein, glaub’ ich noch immerIn seiner Jugend es zu sehn.

5Mit seinen Mauern, seinen Zinnen,

Fern leuchtend in das freie Thal;Der Helden starke Kraft von innenSich labend bei dem Rittermahl.

Dann klingts um mich wie ferne Stimmen,

10Ich fühl’ ein geisterhaftes Wehn,

Fort treibt es mich hinanzuklimmenEinsam zu jenen Felsenhöhn.

Doch oben Alles ganz zerfallen,Der Epheu schlingt sich um den Stein,

15Und in den offnen Fürstenhallen

Spielt Waldesgrün mit Sonnenschein.

Das nehm’ ich an zum guten Zeichen,Zum Trost in dieser Gegenwart,Daß auf den Trümmern, auf den Leichen

20Sich Himmel noch und Erde paart.

Ein beßres Haus soll sich erheben,Gebaut auf alten, festen Grund,Und frische Liebe, frisches LebenGedeihn im freien teutschen Bund!

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