Pròdromos
Ballast.Du hängst an mir – – –jawohl, du hängst an mir!
Und jeder Seelenschritt spürt dein Gewicht, Helene!Wie ich mich nach der Freiheit sehne!Du hängst an mir und deine Augen blicken ängstlich wie ein Hund,dem der Gebieter vorschnell die Eingangstüre schliessen will – – –. Dein Mund,längst dankt’ er ab ob seiner Unzulänglichkeitenzugunsten deines Auges stummer Sprache!Du hängst an mir. Und einmal schriebst du mir:„Wenn and’re sprechen, hör’ ich zu, wenn du sprichst, lausch’ ich!“Und einmal: „Dass du bist, ist gut!“So spricht der Fisch zum Wasser: „Dass du bist, ist gut!“Sieh’, da verlor ich jedesmal, zu morden dich, den Mut!Du hängst an mir, ich spüre deine Schwere, schlafloser Nächte tränenschwere Last!Dennoch wird es enden. Denn endlich stirbt die Seele doch – – –.Und eines Tages werde ich die leichten Seelenschritte des Befreiten schreiten – – –.Siehe, dann aber ist auch schon die Stunde nahe,da, wie im Jachtboot das Zentner-Eisen-Schwert zu unterst nötig ist für leichte Fahrt,ich wieder, allzuleicht, labilen Gleichgewichts, Helene,mich nach dem Bleigewichte deiner Tränen sehne!
Das Bangen.Mir bangt um dich – – –.Weshalb mir bang ist, weiss ich nicht,Ich weiss nur, dass mir bang ist.Mir ist bang!Wie einer Mutter bang ist ohne Grund,Noch sind sie alle munter und gesund – – –!Wie einem Schiffer bang ist, bange, bange,Während die anderen noch langeDen wolkenlosen Himmel blöd betrachten,Und Ihn ob seiner Weisheit nur verachten.Mir bangt, wie einem bangt,Der Kinder auf dem Meer-Sand-Hügel spielen sieht,Und weiss, dass nun die Flut vom Land sie abtrennt – flieht!
Mir bangt, wie einem bangt,Der weiss, er wird gehenkt um sieben Uhr früh.So, so bangt mir um dich – – –Du bist mein Leben, es bangt mir um mich!Du aber, du gehst deinen Weg von mir,Nicht bangt vor meinem bangen Bangen dir!Dem neuen Schicksal treibst du jach entgegen – – –Und perlt mein Todesschweiss auf deinen Pfad herniederNimmst du's als Tau auf neuen Morgenwegen!
NaturaArtisMagistra.
„Zu neuen Taten,teurer Helde,wie liebt’ ich dich,liess’ ich dich nicht?!?“
‚Teurer Helde,wie liebte ich dich,liesse ich dich nichtzu neuen Taten!‘
Zu neuen Taten – Höchstes selbstloses Verständnis für den Geliebtenteurer Helde – Liebe und Verehrungwie liebt’ ich dich – Erkenntnis ihrer eigenen weiblichen Unzulänglichkeitenliess’ ich dich nicht – Entsagung zu Gunsten seiner Ideale.
„Zu neuen Taten,teurer Helde,wie liebt’ ich dich,liess’ ich dich nicht?!?“
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