Petrarca - Sonett 69

Translated by Carl Streckfuß

Das goldne Haar, gelößt den sanften Winden,Ward neu gelockt in tausend süße Wogen,Aus ihrer Augen Doppelsternen flogenDie Zauberstrahlen, die mir nun verschwinden.

5Auf ihrem Antlitz Mitleid aufzufinden

Wähnt’ ich — vielleicht daß mich der Schein betrogen.Mit Liebeszunder war mein Herz umzogen,Wie konnt’ ich anders, als mich schnell entzünden.

Gleich einem Engel schien sie hinzuschweben,

10"]}' id="mwPg"> Und Wohllaut aus der Seraphinen Sphäre

Schien aus dem Rosenmund sich zu ergießen.

Ein seel’ger Geist, von Sonnenglanz umgeben,War die ich sah — und wenn sie sterblich wäre,Doch würde nie sich meine Wunde schliessen.

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