Der „Dichter-Journalist“ der Union

„Ach, nimmer vergeß’ ich das heiße Verlangen,Wie einst ich für Ruhm und Verse geglüht.Und sah ich in Glorie die Schöpfung prangen,War’s wie Wind in der Flamme für mein Gemüth.

Der Frühling des Lebens gehörte den Musen,Die Wälder durchschwärmt’ ich träum’rischen Gangs;Wie flogen die Pulse, wie kopfte der Busen,Wenn über mich kam der Gott des Gesangs!

Am zerklüfteten Fels, der seit Ewigkeit lauschteDem Brausen des Stroms am Kiesgestein,Wo der Eisvogel schreiend die Fluthen durchrauschte,Wie blickt’ in die Tiefen ich schauernd hinein!

Wie fühlt’ ich gewaltig mein Herz bezwingenDie dunkle Macht aus der Wildniß Thron,Und im Sturm des Gefühls ließ Gesang ich erklingen,Bald düster, bald hell in kunstlosem Ton.“

„Wer liebend Umgang pflegt mit der NaturUnd ihren Bildungen, dem redet sieGar manche Sprache; seinen frohern StundenLeiht sie der Stimme heitern Ton und lächeltIhm in beredter Schönheit zu; sie schleichtSich in sein trüb’res Sinnen ein: sie nimmt,Eh’ er’s gewahrt, mit sanfter SympathieIhm seine Bitterkeit und heilt sein Herz.Befällt wie gift’ger Mehlthau Dich Erinn’rungAn Deine letzte Stunde, tauchen BilderVon Todeskampf, von Leichenkleid und Bahrtuch,Und von des Sargs lustloser Finsternis.Erschreckend vor Dir auf, daß Du erbebst,Dann tritt in’s Freie - unterm blauen HimmelHorch’ auf die Lehren der Natur, wenn leiseRings von der Erd’, aus Wassern und aus Lüften,Dir ihre Stimme tönt.“

„Auch der Weise,In deinen ew’gen Strudel blickend, sannIm Geist der unverrückten Ordnung nach,Die in dem Umschwung und dem Wechsel herrscht,Und leitete von deiner RieselfluthSein Denken auf des Weltalls Größe hin.“

„Dies sind der Wüste Gärten, dies die Felder,Noch ungemäht und grenzenlos und schön,Für die kein Wort die Mutterzunge hat, –Prairien! Heut’ zuerst erblick’ ich euch,Mir schwillt das Herz, indeß das Auge schlürftDen Anblick der Unendlichkeit. Ha, sehtIhr lustiges Gewoge weit, weithin!Und jetzt, ist’s nicht, als hätt’ der OceanGefesselt seiner Wellen kräuselnd Spiel,Als stünd’ er regungslos? – Wie, regungslos?O nein, – entfesselt sind sie ja; es fegtDer Wolken Schatten drüber hin, und herZu meinem Auge rollt die wilde Fluth,Als sagten dunkle Streifen sonn’ge Spitzen.“

„Noch nicht, o Freiheit, schließe Deine Augen!Dein Feind schläft nicht, und darum mußt Du wachenUnd kämpfen, bis der neue Tag erscheintIm Himmel und auf Erden.“

„Nein, sie vergingen nicht. –Sie werden aufersteh’n; ich werd’ sie wiederschau’n:Ihn, dessen Vaterhand mich treu gelenkt,Und sie, die kalt und stillIm Nachbarhügel ruht – in Jugendschönheit schau’n.“

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