Die drei Wehrbeitrags-Termine

[127] Die drei Wehrbeitrags-Termine

Die drei Termine sind ’ne harte Nuß,Auch für die ärgsten Reichs- und Kaiserschwärmer,Und wer mit Herzeleid sie knacken muß,Wird um diverse Backenzähne ärmer.

5Doch niemand wiegt sich in dem schönen Wahn,

Mit diesem ersten, also schwersten SchritteSei es für alle Tage abgetan –Man kennt zu gut der Steueronkel Sitte.

Der Fiskus hat vergnügt dazu gelacht

10Und macht ’nen dicken Strich durch seine Sorgen,

Seit man die ersten Zettel ihm gebrachtMit runden Summen, die man ihm verborgen.Geschwunden ist der trügerische Schein,Den schlau gewebt die Edelsten und Besten;

15Den Klemmer auf der Nase, sah hinein

Der Fiskus jetzt in ihre Feuerfesten.

Was man den Armen mühsam abgezwacktIn Form von Nickelstücken und von Kronen,Das wird – wie glatt! – nunmehro eingesackt

20Auf einem Brett mit vier und fünf Millionen:

„Wenn du dem Reiche eine feste WehrBereiten willst in allen Finsternissen,So gibt mir auch dafür die Mittel her –Du kannst es ja, wie wir genau nun wissen!“

25[128] Der Reichsbegeistrung schadet’s aber sehr,

Daß man den groben Keil hineingetrieben;Die Lust zum Hurraschrein fehlt immer mehr –„patriotismus“ wird jetzt klein geschrieben.Dann aber hält man „notgedrungen“ Rat

30In einzelnen, genau bestimmten Gruppen:

„Wie kann man mit dem nöt’gen Mut zur TatDen Haifisch Fiskus elegant beschuppen?“

Und wieder kommt für sie die schöne Zeit,Wo vor des Staates Zugriff sie geborgen,

35Wenn nur ein Konto – eine Kleinigkeit! –

Sie bei der Bank von England sich besorgen.Dann aber singt der Millionäre Chor,Wobei sie sich bei beiden Händen fassen:„Die kleinen Diebe hängt man wie zuvor,

40Die großen aber muß man laufen lassen.“

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