Ein deutsches Kaiser- und Dichterheim
Bei Aachen an der Kaiserstadt,Da liegt ein grüner See –
„Ich zieh’ in euch, ihr Mauern,Mit Wehmuth und mit Lust:O Vorzeit, reich an Schauern,Du ziehst in meine Brust.
Ihr Wände habt belauschetDes alten Kaisers Glück,Vom Saitenklang durchrauschet,Erhellt vom Sonnenblick.“
„– – und herzt und küßt das bleiche Bild,Als wär’s noch rosenroth.“
„Und was ihn so gekränket,Was ihm sein Herz bezwang,Hier liegt’s im See versenketSchon tausend Jahre lang.“
„Hier hat der Held gesessen,Als ihm sein Lieb entschlief,Die Lust war ungemessen,Das Leid war gar zu tief.
D’rum ist der See so trübe,Mit Laub und Schilf bedeckt,Weil ihren Gram die LiebeGern aller Welt versteckt.“
„So ist die Welt. Das schöne, würd’ge Alte,Es stürzt im Lauf der flücht’gen ZeitUnd die Cultur, die rechnende, die kalte,Baut rastlos fort auf der Vergangenheit.“
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