Adolf Friedrich Graf von Schack
„Ueber die Stirn ihr glimmtBleich und golden und rothEin wechselnder Schimmer.Plötzlich erblassendVor den gähnenden Tiefen des Alls,In die der Blick ihr hinunterstarrt,Scheint sie zurückzubeben.Dann wieder umfliegtEin rosiger Glanz ihr die Züge,Wie Wiederschein von Gedanken und Träumen,Die ihr durch die Seele ziehn.
Giebt sie mit Geistern anderer WeltenSich Flammenzeichen,Oder erblickt jenseit der ErdeUngeahnte Geheimnisse,Daß süßes ErschreckenDie Wangen ihr röthet?Doch der Schimmer erlischt;Höher empor auf den Nebeln fluthet die Nacht,Und den sterblichen Blicken entrückt,Mit den Sternen dort obenHält die Königin Zwiegespräch.“
„Er, der einst auf Eichenpfählen, in der Seen Grund gerammt,Dem Geschick, dem grausen, fluchte, das zum Dasein ihn verdammt,Nun der Elemente Meister, Herrscher über Zeit und Raum,Herrlich sich erfüllen sieht er alter Seher Wundertraum,Segelt durch den höchsten Aether hin auf luftbeschwingtem Kahn,Taucht durch blauer Wogen Zwielicht in den tiefsten Ocean.“
„Arm ist, wer in seinem engenKreis das Ich gefangen hält;Aber denen, die ihn sprengen,Blüht und duftet auch die Welt.
Fühle jenes mächt’ge Ganze,Das uns alle trägt und nährt,Sonne dich in seinem Glanze,Wärme dich an seinem Herd!
Auf der kleinen matterhelltenErde nicht, die jetzt dich bannt,In dem großen All der WeltenIst der Menschheit Vaterland.
Und die Wesenschaaren alle,Von des Abgrunds tiefstem SchlundBis zum höchsten Sonnenballe,Eint ein großer Geisterbund.“
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