Aus dem Harz
Wie sanft in diesen grünen HallenDie Sonne durch die Zweige blickt,Und in das Nest der NachtigallenDie letzten frommen Strahlen schickt.
Schon steh’n die Wipfel leis umdunkelt,Doch all’ die schlanken Stämme glüh’n,Der tief versteckte Waldsee funkeltUnd Lichter durch die Büsche sprüh’n.
Wie sanft dein abendlich Verbluten,Dein Niedergang, wie friedlich mild!Doch ach, ich sah in diesen GluthenDen Wiederschein vom Schlachtgefild.
Das ist ein Sterben, qualzerrissenDas Herz und von den Lieben fern;Hell strahlt mir in den Finsternissen.Des Ruhmes Glanz, des Sieges Stern.
So neige dich, Erbarmen, nieder,Zu jedem heil’gen Dienst bereit,Und streu’ auf müde AugenliderDen süßen Mohn: Vergessenheit!
Und wie die Sonne mögst du webenUm’s Nachtgewölk den Purpursaum,Mit Bildern friedensreich umschweben,Verklärend jeden Fiebertraum!
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