Literaturbriefe an eine Dame — XII
Nun noch einmal, Nacht der Nächte,Zauberweib vom Morgenlande,Zeig’ noch einmal dich als echteSultanin im Prachtgewande!
Einmal noch im Purpurflore,Der um Thal und Hügel walle,Zieh’ hinein durch diese ThoreZu der alten Königshalle!
Feur’ge Meteore lasseDurch die Himmelswölbung schießenUnd auf Garten und TerrasseRothe Flammen niedergießen!
Bunte Wunderlampen hänge,Wie sie Aladdin besessen,In die Lauben, in die Gänge,An die Zweige der Zypressen!
Wirf empor die SilberwellenAus den Alabasterschalen,Daß sie hell wie NaphthaquellenDurch der Gärten Dämm’rung strahlen!
Auf den flüssigen Krystallen,Wie sie kriechend sich verschlingen,Wie sie steigen, wie sie fallen,Mag ein Lied des Ostens klingen.
Von den Früchten, die sie aus dem Zauberhain von Schiras stehlen,Essen sie zu viel, die Armen, und vomiren dann Ghaselen.
Comments
Loading comments…