Literaturbriefe an eine Dame — XXVIII
Blitze zucken um den gold’nen HauptschmuckUnd geblendet steht der Trentajäger.Kreisend drehen sich um ihn die Felsen,Kreisend alle schneegekrönten Gipfel.„Jerica!“ ertönt’s von seinem Munde;„Jerica!“ erschallt es tausendstimmigAus den Felsen – und dann wird es stille.Stolz und langsam zieht der goldgekrönteZlatorog bergab. Der Weg ist frei.
„Schreitet dem sterblichenMenschengeschlechtEinmal ein SeherDeutend voran,Nimmer vergessenWerden die Züge,Denen die GottheitSprache verlieh’n.Spät noch die EnkelSehen ihn wallenMit der erhob’nenLyra im Arm.Ewige JugendRollt ihm die Locken;Ewiges FeuerNährt ihm den Blick.Seine GesängeRauschen hernieder,Frei wie die StrömeNieder in’s Land.“
„Juninächte, sternenlose,In dem Blüthenmond der Rose!Da das bange Herz dazuLieb’ durchstürmte ohne Ruh.
Blitzgezuck und Wetterleuchten!Und die Nachtigall im feuchten,Thaubenetzten Busche tiefWunderbare Laute rief.
Hatten uns so viel zu sagen.Blickten hoch die Wolken jagen,Blickten in den FlammenscheinWie im tiefen Traum hinein.“
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