April in Californien
Es erweckt der April im deutschen LandIn Jedem des Aergers Gewalten.Ein falscher Geselle wird er genanntVon den Jungen sowohl wie den Alten;
5Und lächeln die Falten seines Gesichts,
Falsch ist er und bleibt er – es hilft ihm nichts!
Gewiß verdroß ihn das ew’ge Geschelt,Als wär’ er voll Laster und Sünden.Drum kam er herüber zur Neuen Welt,
10Eine bessere Heimath zu finden,
Und eilte durch Berge, Wüsten und Plan,Bis er schaute den westlichen Ocean.
Mir schien’s, als wär’ er der wonnige Mai,Der Juni, mit leuchtenden Blicken,
15Als jüngst ich ihn sah an Pablos Bai
Bunt schimmernde Blumen pflücken,Als er lächelnd grüßte Sonómas ThalUnd Napa mit goldigem Sonnenstrahl.
Die Fluren kleidet’ er all’ in Smaragd
20Und schmückte in zaubrischem Bilde
Mit orangenglühender BlumenprachtDie von Eichen umsäumten Gefilde.Auf die Berge legt’ er mit KünstlerhandVon Ultramarin ein festlich Gewand.
25In den Gärten streute der Pfirsich schon
Von den Zweigen die rosigen Blüthen,Und Fuchsien prangten und bunter Mohn;Aus den Büschen am Boden glühten,Als wären’s Karfunkeln mit rothem Strahl,
30Die Erdbeeren, reif zum würzigen Mahl.
Auf den Feldern standen in endlosen Reih’nDie Rebenstöcke und trankenMit Lust den strahlenden Sonnenschein.Es schwoll der Saft in den Ranken
35Und drängte zum Licht sich, mit heißem Blut
Auf’s neu’ uns zu spenden der Sonne Gluth.
Die Lerchen sangen aus blauer LuftIhr Lied in die blühenden Lande,Die Sträucher athmeten wonnigen Duft
40Im festlichen Frühlingsgewande,
Und deutsche Männer, mit frohem Gesang,Die zechten beim tönenden Gläserklang.
Diesen Becher mit feurigem Napawein,Ihn will ich heute zu Ehren
45Des heitern April auf blumigem Rain
In durstigen Zügen leeren.Hoch sei er gepriesen, der lachende Fant,Der Liebling vom Californialand!
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