Weihnachtslied (Storm 1851)
Weihnachtslied.
Vom Himmel in die tiefsten KlüfteEin milder Stern hernieder lacht;Ein weihrauchsüßes HarzgedüfteDurchschwimmet träumerisch die Lüfte,
5Und kerzenhelle wird die Nacht.
Mir ist das Herz so froh erschrocken,Das ist die liebe Weihnachtszeit!Ich höre fernher KirchenglockenMich lieblich heimathlich verlocken
10In märchenstille Herrlichkeit.
Ein frommer Zauber hält mich wieder,Anbetend, staunend muß ich stehn;Es sinkt auf meine AugenliederEin goldner Kindertraum hernieder,
15Ich fühl’s, ein Wunder ist geschehn.
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